
Geiz ist geil? Warum uns "billig" teuer zu stehen kommt – und wo die wahren Chancen liegen

Als ich im Jahr 2002 das erste Mal den Werbespruch "Geiz ist geil" hörte, lief es mir kalt den Rücken runter.
Jeder Unternehmer mit Weitblick sollte wissen: Wer allein über das Argument des Preises verkaufen möchte, startet eine Teufelsspirale, die ihn am Ende selbst treffen wird. Dieser Slogan hat in Deutschland eine Mentalität gefördert, die den Blick auf das Wesentliche – nämlich nachhaltige Qualitätswaren – verblassen ließ.Es dauerte nicht lange, bis immer mehr Unternehmen auf diesen Zug aufsprangen. Der Markt wurde mit immer billigeren Waren geflutet, oft importiert aus Niedriglohnländern wie China, Vietnam oder Thailand. Das traurige Ergebnis: Die deutsche Industrie gab zunehmend ihr einstiges Alleinstellungsmerkmal, das Qualitätssiegel "Made in Germany", auf. Anstatt mit hochwertigen Produkten zu glänzen, stiegen viele hiesige Firmen in den ruinösen Wettbewerb der Billigprodukte ein.
Der Realitätscheck: Eine Lektion aus Thailand
Wie fatal sich das in der Praxis auswirkt, habe ich 2008 am eigenen Leib erfahren. Durch meine thailändische Ehefrau verbrachte ich viele Monate in Thailand. An unserem Haus standen Reparaturen an, also kaufte ich unter anderem eine Wasserpumpenzange.Ich setzte sie an, wollte zupacken – und bevor ich überhaupt richtig Kraft aufwenden konnte, brach der Zangengriff einfach ab. Wenige Tage später erging es mir mit einem Schraubenzieher ähnlich: Bei der ersten festen Schraube verdrehte sich das Metall, als wäre es aus weichem Draht, und das Werkzeug glich eher einem Korkenzieher.
Es hatte sich wieder einmal bewiesen. Was nützt es, nur die Hälfte zu bezahlen, wenn das Werkzeug seinen Zweck nicht erfüllt?
Unter dem Strich wird es viel teurer: neues Werkzeug kaufen, Zeitverlust, doppelter Ärger. Hätte ich gleich ein vernünftiges Produkt erwerben können, hätte ich gespart. Ich stamme aus einer Handwerkerfamilie, aber erst im Ausland habe ich den wahren Wert von "Made in Germany" so richtig verstanden.
Zurück in Deutschland rüstete ich mich mit „gutem” Werkzeug für Thailand aus.
Der blinde Fleck des Konsumenten
Das Problem ist: Die meisten Menschen haben diesen Blick verloren. Sie gehen in ein Geschäft, sehen nur das Preisschild und haben kein Gefühl mehr dafür, was eigentlich hinter einem Produkt steckt.Kaum jemand macht sich Gedanken darüber, welche Kostenfaktoren in einem hochwertigen Produkt enthalten sein müssen:
- Forschung und Entwicklung: Damit das Produkt sicher und innovativ ist.
- Material und Vorprodukte: Hochwertiger Stahl kostet mehr als weiches Blech.
- Energie zur Produktion: Eine saubere Fertigung hat ihren Preis.
- Faire Lohnkosten: Facharbeiter wollen und müssen bezahlt werden.
- Qualitätskontrolle: Damit der Schraubenzieher sich eben nicht verbiegt.
- Vertrieb, Logistik und Lagerhaltung.
- Gewährleistung und Service.
Die paradoxe Teufelsspirale
Durch dieses falsche Kaufverhalten zwingen wir als Konsumenten die Industrie dazu, immer weiter an der Preisschraube – und damit zwangsläufig an der Qualitätsschraube – nach unten zu drehen. Wir befinden uns längst in der oben beschriebenen Teufelsspirale.Das Paradoxe daran ist fast schon tragisch: Oft sind es dieselben Käufer, die im Laden jeden Cent umdrehen und Billigware fordern, die sich später am Abend darüber wundern, dass ihr eigenes Gehalt kaum wächst, dass Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden oder traditionsreiche Unternehmen ihre Türen schließen müssen
Der Wandel: Südostasien will Qualität
Doch während wir uns in Europa teilweise "kaputtsparen", hat sich am anderen Ende der Welt das Blatt gewendet. Durch die jahrelang erfolgreiche Produktionsstrategie hat sich in Südostasien eine breite Mittelschicht entwickelt. Und diese Mittelschicht hat genau die Erfahrung gemacht, die ich mit meiner Zange hatte: Sie will ein Produkt nicht fünfmal kaufen müssen. Sie will gleich beim ersten Mal Qualität.Mehr noch: "Made in Germany" ist hier ein massives Statussymbol. In der asiatischen Mentalität sind Statussymbole extrem wichtig. Wer etwas auf sich hält, kauft keine Billigware mehr. Man ist inzwischen bereit, für vernünftige Produkte dieselben Preise – und oft sogar mehr – zu zahlen als in Deutschland.
Hier liegt die Chance für den deutschen Unternehmer, der in der EU mit struktureller Rezession kämpft: Sehen Sie Südostasien nicht länger nur als billigen Produktionsstandort oder Konkurrenten, sondern als Ihren neuen Absatzmarkt für Premiumprodukte. Nutzen Sie das vorhandene Kapital, um dort zu expandieren, wo Qualität noch gefeiert wird.
Die Hürde: Der Foreign Business Act und die Berater-Falle
Der Markteintritt ist jedoch kein Selbstläufer. In Thailand gilt der Foreign Business Act (FBA). Dieser besagt unter anderem, dass ausländische Unternehmen hier keinen eigenen Vertrieb aufbauen dürfen. Man benötigt zwingend einen thailändischen Partner.Und genau hier lauern die Gefahren – nicht nur bei der Partnersuche, sondern schon im Vorfeld bei der rechtlichen Gestaltung. Es gibt viele schwarze Schafe unter den lokalen Anwalts- und Steuerberatungsbüros – selbst unter denen mit gut klingenden deutschen Namen. Viele nutzen die Unwissenheit ausländischer Investoren über thailändische Gesetze gnadenlos aus. Da werden für Tätigkeiten, die heute in einer Stunde online zu erledigen sind, mehrere Tagessätze berechnet, mit der Begründung, man müsse persönlich zu Behörden fahren und diverse Papiere vorlegen. Wer sich hier nicht auskennt, zahlt massiv drauf.
Zudem scheitern Partnerschaften oft nicht an Betrug, sondern an kulturellen Hürden. Selbst die deutsch-thailändische IHK räumt ein, dass die Mehrheit solcher Partnerschaften in den ersten drei Jahren zerbricht – oft zulasten des deutschen Investors, weil Erwartungshaltung, Sprache und Kultur nicht zusammenpassen.
Die Lösung: Deutsche Ingenieurskunst in Bangkok
Hier kommt 4WT ins Spiel. Wir sind kein typischer Gründungsdienstleister. Unsere Arbeit beginnt dort, wo es wirklich zählt: In der operativen Praxis, der Kontrolle und der kulturellen Übersetzung.Wir sind ein IT-Softwareingenieurbüro und eine Unternehmensberatung, bestehend aus deutschen Ingenieuren, die remote aus Bangkok arbeiten. Wenn Sie nach Südostasien expandieren, brauchen Sie jemanden, der den lokalen Dienstleistern auf die Finger schaut.
Obwohl wir selbst keine Anwaltslizenz besitzen, kennen wir uns nach 17 Jahren vor Ort hervorragend in der Materie aus – auch weil wir selbst unser Lehrgeld zahlen mussten. Wir wissen genau, welche Prozesse wie lange dauern dürfen und was sie kosten sollten.
- Wir empfehlen vertrauensvolle Kanzleien.
- Wir überwachen, dass dort alles optimal und kosteneffizient umgesetzt wird.
- Wir verhindern, dass Sie für "Luftnummern" bezahlen.
- Deutsches Management: Unser Management operiert seit über 17 Jahren in Thailand, war davor aber 20 Jahre unternehmerisch in Berlin tätig. Wir kennen beide Welten.
- Keine Sprachbarriere: Die gesamte Abwicklung läuft auf Deutsch. Keine Missverständnisse.
- Ingenieurs-Denkweise: Wir gehen Probleme strukturiert an und bauen Brücken zum lokalen thailändischen Team, sei es bei der Personalsuche oder der Standortwahl.
Unser Rat: Erst testen, dann gründen
Sie müssen nicht sofort mit einer kostspieligen Firmengründung starten. Um den Markt zu sondieren, bieten wir die Möglichkeit einer Repräsentation an. So können Sie kostengünstig und risikoarm die Marktchancen für Ihre Produkte und Dienstleistungen ausloten. Wir fungieren als Ihr verlängerter Arm und Ihr lokales Gesicht.Wenn Sie also genug von "Geiz ist geil" haben und dort hinwollen, wo Qualität noch Wachstum bedeutet: Lassen Sie uns sprechen.

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